27. Mai 2026

Ohne Flug von Köln nach Dublin Ohne Flug von Köln nach Dublin

Avanti Pendolino (links im Bild) am Bahnhof London Euston
Avanti Pendolino (links im Bild) am Bahnhof London Euston © Simon Hauser
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Von Köln nach Dublin zu reisen, ist ohne Flug möglich - sogar in einem Tag. Im Rahmen des Projekts „Kinder in der Klimakrise“ haben Elena Päffgen und ich das ausprobiert, für unser Projekttreffen in Irland im April 2026. Unser Tag startet im Eurostar nach Paris, der um 08:39 am Kölner Hauptbahnhof abfährt.

Eine Vorbemerkung zu Zugtickets: Wir sind dieses Mal mit Interrail-Tickets unterwegs, was unter Umständen günstiger ist, als die Tickets einzeln zu buchen. Die Interrail-Kontingente für die zweite Klasse sind in Eurostar-Zügen allerdings sehr begrenzt und häufig schon kurz nach der Freischaltung ausgebucht, wie auch in unserem Fall, deshalb haben wir Pässe für die erste Klasse gekauft. Für unsere Reise war das immer noch günstiger, als die Tickets einzeln für die zweite Klasse zu buchen. Bei Eurostar ist eine Reservierung auch mit Interrail-Ticket verpflichtend und kostet etwa 20-40€ zusätzlich pro Person. Für die meisten anderen europäischen Züge sind Reservierungen entweder nicht verpflichtend, oder aber deutlich günstiger.

Eurostar
Links: Innenansicht der ersten Klasse des Eurostar 9426 im Kölner Hauptbahnhof. Der Zug ist eine der ehemaligen Thalys-Garnituren, die seit 2023 unter dem Namen Eurostar fahren. Rechts: Unser Avanti-Pendolino (links im Bild) im Bahnhof London Euston. © Simon Hauser

Um 10:35 erreichen wir Brüssel. Um in den nächsten Eurostar nach London umzusteigen, der durch den Eurotunnel fährt, müssen wir zunächst durch die Sicherheitskontrolle, die ganz ähnlich abläuft wie an einem Flughafen. Für Reisen nach Großbritannien gilt: Electronic Travel Authorisation (ETA) und Reisepass nicht vergessen. In der ersten Klasse ist im Eurostar nach London auch für Interrail-Buchungen je nach Tageszeit eine Mahlzeit enthalten, in unserem Fall ein Mittagessen (eine vegetarische Option ist verfügbar), inklusive Kaffee oder Tee. Pünktlich und sehr komfortabel fahren wir um 12:57 in den Bahnhof St. Pancras in London ein. Dort gehen wir etwa 15 Minuten zu Fuß hinüber zum Bahnhof Euston, wo der Zug Richtung Crewe um 13:42 abfährt. In vielen Zügen des Betreibers Avanti West Coast ist das Restaurant in der ersten Klasse im Ticket vollständig inbegriffen, überraschenderweise gilt auch das für Interrail-Tickets. Wir setzen zur ausgiebigen Teatime an und lassen die Frühlingslandschaft an uns vorbeiziehen.

Teatime in the Avanti Pendolino
Links: Teatime im Avanti-Pendolino auf dem Weg von London Euston nach Crewe. Rechts: Wir halten in der Gemeinde mit dem längsten Ortsnamen in Europa. © Simon Hauser

Der Umstieg in Crewe klappt reibungslos, ab 15:35 geht unser Zug nach Holyhead in Wales. Der Bahnhof in Crewe ist architektonisch sehenswert und einer der wichtigsten Drehkreuze für den Zugverkehr in Großbritannien. Sobald wir in Wales sind, beginnt der gemütlichere Teil unserer Reise, keine Hochgeschwindigkeitszüge mehr, dazu umso schönere Ausblicke. Über einen weiten Teil verläuft die Strecke nah an der Küste, in einigen Abschnitten sogar direkt am Strand entlang. Unter anderem sehen wir Conwy Castle, einen beeindruckend großen Offshore-Windpark, die historische Menai Suspension Bridge und die Berge des Snowdonia-Nationalparks im Süden. Der Zug hält in vielen kleineren Orten, dabei auch in dem mit dem längsten Namen in Europa (siehe Bild). Pünktlich um 18:00 erreichen wir Holyhead, am äußersten westlichen Ende der Insel Anglesey gelegen.

Achtung bei der Buchung von Fähren als Fußpassagier: Ursprünglich wollten wir die Fähre nach Dublin um 19:30 nehmen, beim Buchungsversuch stellte sich allerdings heraus, dass sie nur motorisierte Fahrgäste mitnimmt. Da wir die Eurostar-Reservierungen schon gemacht hatten, mussten wir auf die nächste Fähre um 22:15 ausweichen. Das Nadelöhr dieser Reise ist zwar der Eurotunnel, aber vor der Reservierung sollte man überprüfen, welche Fähren tatsächlich Fußpassagiere mitnehmen, das ist in den Fahrplänen nicht immer sofort ersichtlich. Mit einem Interrail-Pass erhält man übrigens 30% Rabatt auf das Ticket, sowohl bei Irish Ferries als auch bei der Stena Line.

Wir nutzen die übrige Zeit bis zur Abfahrt der Fähre zum Pizzaessen. Freundlicherweise können wir unsere Koffer am Imbiss lassen und brechen zu einer spontanen, kurzen Wanderung zu den Klippen beim North Stack Lighthouse auf, von wo wir einen tollen Blick auf den Sonnenuntergang haben. Gerade rechtzeitig zum Boarding sind wir wieder am Fährenterminal. Auf der Fähre lassen wir den Tag ausklingen und schlafen ein bisschen vor, denn wir legen erst um 01:45 in Dublin an. Vom Fährenterminal in Dublin fährt auch nachts noch ein noch ein Doppelstockbus, der uns zu unserem Hotel im Herzen Dublins bringt.

Sunset over the sea in Holyhead
Links: Sonnenuntergang über dem Meer in Holyhead. Rechts: Blick vom Deck der James Joyce auf der Rückfahrt von Dublin. In der Ferne sind die Berge des Nationalpark Wicklow Mountains zu sehen. © Simon Hauser
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